Arte: "Und sie dreht sich doch"
Regie: Franz Fitzke


Teslas "Neutrinos"

 

Pof. Meyl zu der Frage wie das Wachstum der Erde zu erklären sei:

Prof. Meyl: "Es gib keine brauchbaren physikalischen Modelle um das Wachstum der Erde zu erklären. Ich persönlich gehe von Neutrinopower aus, d.h. dass Neutrinostrahlung von der Erde absorbiert und materialisiert wird."

Sprecher: "Meyls Vorstellung von Neutrinopower würde nicht nur das Wachstum der Erde erklären, sondern auch das heutige Weltbild der Physik zum bersten bringen. Meyls Theorie berruht auf einer Erweiterung der elektromagnetischen Feldtheorie, die er bereits 1990 veröffentlicht hat. Ein mathematisches Formelwerk mit dem die Neutrinos sogar berechnet werden können. Die etablierten Physiker haben Meyl noch nicht anerkannt."

Kommentar:

Interessant ist in diesem Zusammenhang das Wort "Neutrinopower". Offensichtlich will Meyl mit diesem ungewöhnlichem Wort Reklame für sein Buch mit dem gleichen Titel machen. Gibt man in Google dieses Wort ein, so erhält man Links zu vielen Seiten auf denen das Buch angeboten oder besprochen wird.

Das erwähnte Formelwerk schreibt den Neutrinos andere Eigenschaften zu als sie tatsächlich haben und ist außerdem mathematisch falsch, wie der Mathematiker Prof. Bruhn gezeigt hat. >>


An anderer Stelle im Film:

Sprecher: "Der erste Forscher der die Neutrino-Strahlung beschrieben und nach eigener Aussage auch genutzt hat, war der Serbe Nikola Tesla...

Sprecher: "Zum 150. Geburtstag wurde in der renomierten Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich eine Sonderausstellung eröffnet. Auf Einladung der Tesla-Society Schweiz, hielt Prof. Meyl den Fachvortrag. Dabei zitierte er einen fast vergessen Artikel aus der New York Times vom 6. Febr. 1932. Darin beschrieb Tesla eine Strahlung, die aus der Sonne kommt, aus unfaßbar kleinen Partikeln besteht, und tausende Meilen fester Materie druchschlägt. Genau diese Eigenschaften hat nach heutiger Kenntnis nur die Neutrino-Strahlung. Tesla behauptete sogar, dass diese Strahlung schneller als das Licht sei."


Kommentar:

Tesla war zweifellos ein genialer Ingenieur. Seine Indeen und Konstruktionen haben die Elektrotechnik um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert  zu einer stürmischen Entwicklung verholfen. Die Wissenschaft hat sein Wirken dadurch gewürdigt, dass sie die Einheit der magnetischen Flußdichte nach ihm benannt hat. In seinen späteren Jahren scheint er den Bezug zur Realität verloren zu haben - keine Seltenheit bei genialen Persönlichkeiten. Siehe z.B. >> >> >>  

Der erwähnte Artikel in der New York Times steht hier in  Englisch  zur Verfügung. Siehe auch >>.  Ein Wissenschaftler, der 1932 an der aktuellen Forschung beteiligt war, hätte einen solchen Text sicher nicht veröffentlicht. Der Artikel macht deutlich, dass sich Tesla zu dieser Zeit, also1932, nicht mehr an dem aktuellen Stand der Forschung orientiert hat.

Meyl behauptet, dass Tesla mit Neutrinos gearbeitet habe.
Meyls Darstellung ist falsch. Das Neutrino wurde 1933 von Pauli postuliert und 1956 erstmals experimentell nachgewiesen. Tesla konnte nicht mit Neutrinos gearbeitet haben. Siehe z.B.  >>Indirekt will Meyl damit beweisen, dass er selbst mit Neutrinos arbeitet, die er auch als Skalarwellen, Freie Energie, Tachyonen oder Orgon (Siehe Wilhelm Reich) bezeichnet. Seine Argumentation: Die von Tesla beschriebene Strahlung habe folgende Eigenschaften:
  1. Sie kommt aus der Sonne,
  2. Sie besteht aus unfassbar kleinen Teilchen
  3. Sie durchschlägt tausende Meilen fester Materie
  4. Sie ist schneller als Licht
Genau diese Eigenschaften, so Meyl,  habe nach heutiger Kenntsnis nur die Neutrino-Strahlung. Also habe Tesla die Neutrinostrahlung beschrieben und mit ihr gearbeitet.

In der folgenden Tabelle habe ich die Eigenschaften, die Tesla seiner „Primärstrahlung“ in seinem Artikel zuschreibt mit einigen bekannten Eigenschaften der  Neutrinos verglichen.


Eigenschaft

"Teslas Strahlung"

Neutrinos

Herkunft: Sterne, Sonne

Ja

Ja

Hohe Durchschlagskraft

Ja

Ja

Sehr kleine Teilchen

Ja

Ja

Elektrische geladen

Ja

Nein

Überlichtgeschwindigkeit

Ja

Nein

Ursache der Radioaktivität

Ja

Nein

Wird in Vakuumröhren erzeugt

Ja

Nein

Eine Strahlung mit den Eigenschaften der "Teslas Strahlung" gibt es nicht. Weder wurde eine Strahlung mit Überlichgeschwindigkeit beaobachtet, noch kann man eine von Tesla beobachtete Strahlung für die Entstehung radioaktiver Materialen verantwortlich machen.

Die Meyl'sche Logik führt manchmal zu absonderlichen Schlüssen, z.B.:In seinem Aufsatz "Freie Energie und Wechselwirkung der Neutrinos" schreibt Meyl unter Hinweis auf das oben angeführte Zitat Teslas:

Prof. Meyl: "Während das internationale Forscherteam in seinem Minenlabor unter der Erde viel Geld und kostbare Zeit verbraucht, beschimpfen sich über der Erde die Politiker und schieben sich gegenseitig den schwarzen Peter zu, statt nach echten Lösungen zu suchen. Wenn nämlich nach der Aussage von Tesla die Neutrinostrahlung die Radioaktivität überhaupt erst bewirkt, dann ließe sich doch durch eine erhöhte Strahlungsdichte die Halbwertszeit herabsetzen und die Radioaktivität vermindern. Man sollte die Brennstäbe mit Neutrinos so lange duschen, bis nur noch die natürliche Strahlung übrig bleibt. Wir bräuchten dann keinen Castor mehr. Aus dem hochgefährlichen Müll wäre normaler Hausmüll geworden, der ggf. sogar recycled werden könnte.

Realisiert werden könnte eine solche Neutrinodusche durch die Bündelung der natürlichen Strahlung, wie schon von dem Arzt Dr. Wilhelm Reich mit seinem Orgonakkumulator gezeigt worden war, oder mit einem künstlichen Neutrinostrahler, wie dem "Magnifying Transmitter" von Nikola Tesla."

Anmerkung: Ein Orgonakkumulator nach Reich ist eine Holzkiste mit wechselnden Schichten aus Holz- und Stahlwolle. Siehe dazu auch >>






Startseite                                                                                                                                         weiter