Arte: "Und sie dreht sich doch"
Regie: Franz Fitzke


Meyls neue Sintflut


Ein amüsantes Beispiel esoterischer Logik hat sich Prof. Meyl für den Schluss der Sendung aufgehoben:

Sprecher: "Prof Meyl hält es für möglich, dass ein starker Neutrinoschauer aus einer Supernova das Wachstum der Erde ausgelöst hat und er befürchtet, dass Neutrinostrahlung die Umpolung der Erde beeinflussen könnte."

Meyl: "Wenn es nun durch eine Zunahme der Neutrinostrahlung zu einer erhöhten Sonnenaktivität kommt, dann werden auch die elektromagnetischen Felder auf der Erde zunehmen. Der magnetische Fleckenteppich auf der Erde wird verschwinden. Die Einzelmagnetpole werden sich schlagartig wie Stabmagnete im äußeren Magnetfeld ausrichten. Wenn nach einer Umpolung Nord- und Südpol ihre Plätze getauscht haben, dann passiert das Gleiche, wie bei einem Kompass der um 180 Grad  gedreht wird und bei dem sich die Magnetnadel  im äußeren Feld wieder ausrichtet."




komassDemonstration der Folgen einer Erdumpolung mit einem Kompass
Aus dem Arte-Beitrag: "Die Erde bewegt sich doch."

Anmerkung: Im Film zeigt Meyl einen kleinen Kugel-Kompass und dreht ihn um 180 Grad. Dabei schwappt die Magnetkugel einige male hin und her.


Meyl: "Das Gleiche könnte mit der Erde passieren."

Sprecher: "Wenn Meyl recht hat, und sich die Erde auf den Kopf stellt, werden die Wassermassen der Erde in Bewegung gesetzt. und dann über den Erdball schwappen. Der globale Tsunami hat in den meisten Weltreligionen den gleichen Namen: Die Sintflut."



Kommentar:

  1. Meyls Annahme, ein Neutrinoschauer einer Supernova könne zu einer erhöhten Sonnenaktivität führen, ist reine Spekulation. Meyl nennt keine Gründe für diese Annahme.
  2. Selbst, wenn Meyl recht hätte (hat er aber nicht) und Neutrinoschauer einer Supernova tatsächlich eine erhöhte Sonnenaktivität zur Folge hätten, würde das Magnetfeld der Erde davon nicht beeinflusst werden. Mit einer Umpolung des Erdfeldes wäre nicht zu rechnen. Das Magnetfeld der Erde wird durch den Geodynamo im Erdinnern erzeugt. Dieser lässt sich durch eine erhöhte Sonnenaktivität nicht beeinflussen.
  3. Selbst, wenn man Meyls völlig unsinnige Behauptungen akzeptieren würde und eine Umpolung der Erde annähme, ist die Behauptung, das könnte zu einer Sintflut führen, völlig unlogisch. In welchem äußeren Magnetfeld sollte sich denn die Erde umorientieren? Woher sollten denn die mechanischen Kräfte kommen, um die Erde umzudrehen - in welcher Richtung sollten sie wirken? Mit der schädigenden Wirkung von Teilchenstrahlung die normalerweise durch das Erdmagnetfeld von der Erde ferngehalten werden, müsste man vermutlich schon rechnen. Siehe aber dazu Link 3.

Anmerkungen:

Meyl ist offenbar der Meinung, das Magnetfeld der Erde sei ein äußeres Magnetfeld das irgendwo im Raum existiert und die Erde eine Art Kompassnadel, die sich in diesem Feld ausrichtet.







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