Arte: "Und sie dreht sich doch"
Regie: Franz Fitzke


  Vorbemerkungen

  1. Es konnte den Veratwortlichen beim Sender nicht verborgen bleiben, dass mit diesem Beitrag keine wissenschaftlichen Erkenntnisse, sonder esoterische Inhalte vermittelt werden sollten. Man hätte von einem öffentlich-rechtlichem Sender erwarten müssen, dass die für die Sendung Verantwortlichen einem solchen Fall besonders gründlich recherchieren und sich um eine ausgewogene Darstellung bemühen.

    Dazu gehört zweifellos die Einbeziehung von Wissenschaftlern, welche die etablierte Wissenschaft vertreten. So hätte ein verantwortungsvoller Autor sicher zumindest einen echten Physiker interviewt und ihn gefragt, was von der These zu halten sei, dass Neutrinos materialisieren und die Erde aufblähen. Einen angesehenen Geophysiker hätte man bitten können, darzulegen, welche Messergebnisse aus seiner Sicht gegen die Erdexpansionshypothese sprechen.

    Solche Stellungnahmen fehlen in der Sendung. Es kommen zwar auch Wissenschaftler zu Wort, welche den Stand der Wissenschaft wiedergeben, aber diese werden nicht zu den hier wesentlichen Problemen befragt, sondern dürfen nur zu Fragen Stellung nehmen, die für die hier behandelten Fragen irrelevant sind oder deren Widerspruch zu den hier vertretene esoterischen Ansichten für den normalen Zuschauer nicht erkennbar sind. Diese Interviews haben allenfalls eine Alibifunktion in dieser Sendung. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die Darstellungen dieser Wissenschaftler so beschnitten wurden, dass sie sich in das hier verfolgte Konzept widerspruchslos einfügten.

  2. Optische Wahrnehmungen von Ereignissen waren für die Entwicklung des Menschen von entscheidender Bedeutung. Wir sind gewohnt das für wahr zu halten, was wir sehen und vertrauen darauf, dass Bilder viel mehr als Worte, die Realität wiedergeben.  Bill Gates wird der Ausspruch zugeschrieben: "Wer die Bilder beherrscht, beherrscht die Köpfe".  Durch geschickte Anordnung von Bildsequenzen, kann erreichte werden, dass der Zuschauer quasi überrumpelt wird und das Dargestellten kritikloser akzeptiert als er es unter normalen Umständen, z.B. beim Lesen eines Textes tun würde.

    Timm Grams schreibt in seinem kurzen Beitrag über "Die Macht der Bilder"  >>

    Das Bild hat eben nicht die Kraft der präzisen Mitteilung. Das Bild wirkt
    • durch Emotionalisierung und
    • unter Umgehung des bewussten Denkens.
    Wir reagieren auf Bilder instinktiv, und das in einer technisch geprägten Welt, in der Instinkte sehr oft versagen. Bilder können Denkfallen sein und sie lassen sich zur Manipulation missbrauchen.



Startseite                                                                                                                                                                                weiter