Aquapol


Wissenschaftliche Stellungnahme zu der behaupteten  Wirkungsweise des Aquapol-Gerätes

PD Dr. rer. nat. Klaus Keck

Mohorns Behauptungen sind esoterisch - sie haben keinen realen Hintergrund. Mohorn behauptet aber, dass seine Energien, Kräfte oder was auch immer, Auswirkungen auf die Materie der realen Welt haben. An diesen Schnittstellen zwischen esoterischer und realer Welt, müssen die Behauptungen Mohorns überprüfbar sein. Sobald beispielsweise die nicht näher gekennzeichneten gravomagnetsichen Wellen eine Veränderung in den Drahtspulen des Aquapol-Gerätes hervorrufen, müsste man in diesen Spulen elektrische Ströme messen können.

Aus den vielen unsinnigen Behauptungen Mohorns greife ich hier nur einige Beispiele heraus, die diese Schnittstellen betreffen:

 

Schnittstelle 1: Der Empfänger des “gravomagnetischen Feldes“

Mohorn schreibt  auf Seite 9 seiner “Energiephysikmappe“ [1]:

"Durch den postulierten Wasserstoff-Erdkern findet sich im gravomagnetischem Frequenzspektrum die Frequenz von molekularem Wasserstoff. Die darauf abgestimmten Antennen im Aquapol-Aggregat arbeiten ausschließlich mit dieser Frequenz und sind ein indirekter Beweis dieses gravomagnetischen Wasserstofffeldes (kurz gm. H.Feld) der Erde."

 Diese Aussagen sind unsinnig, denn:

  • Die Naturwissenschaften kennen keine gravomagnetische Wellen. Da unsere physikalischen Kenntnisse einen sehr hohen Stand haben, gibt es keinen erkennbaren Grund, die Existenz solcher Wellen zu postulieren. Es gibt keine Wissenslücke, die von solchen Wellen ausgefüllt werden könnte
  • Mohorn behauptet nicht nur, dass diese Wellen existieren, sondern auch dass es ein ganzes Spektrum dieser Wellen gibt. Er will den Leser glauben machen, er kenne dieses Spektrum, aber er teilt nicht mit, wie er es gemessen hat und welche Ergebnisse er bei seinen Messungen erhalten hat. Bei einer Messung dieser Wellen müsste mindestens eine der beiden Komponenten, beispielsweise die magnetische, in einem Messgerät als Zahlenwert angezeigt werden. Mohorn hat keine solche Messungen veröffentlicht. Vernünftigerweise wird man unterstellen dürfen, dass Mohorn solche Messungen nicht durchgeführt hat.
  • Mohorn behauptet, dass die "gravomagnetischen Wellen" die Frequenz des molekularen Wasserstoffs enthielten. Wasserstoff emittiert elektromagnetische Wellen in verschiedenen Frequenzbereichen. Das ist schon lange bekannt. Wenn Mohorn postuliert, dass Wasserstoff  "gravomagnetische" Wellen emmitiert, er diese aber offensichtlich nicht messen kann, woher weiß er, welche dieser Wellen für Wasserstoff spezifisch sind?
  • Er behauptet weiter, die Antennen des Aquapolgerätes seien auf diese Frequenz abgestimmt. Wie kann er das bewerkstelligen, wenn er diese Frequenz doch nicht kennt?  Es ist deshalb auch unmöglich die Antennen auf diese oder irgendeine andere "gravometrische" Frequenz abzustimmen.
  • Mit der Feststellung, dass die abgestimmten Antennen ein indirekter Beweis des gravomagnetsichen Wasserstofffeldes darstellen, hat Mohorn zweifellos eine argumentativen Höhepunkt erklommen.

Schnittstelle 2: Der Energie-Generator

Auf Seite 127 in seinem Buch "Angriffsziel Altbauten" [2] schreibt Mohorn:

"Messungen und vergleichende Berechnungen zur aufgenommenen und abgegebenen Energie ergeben, dass noch eine weitere Energieform in das System einfließt und den Wirkraum des Entfeuchtungsgerätes erheblich vergrößert. Tatsächlich empfangen die Antennen zusätzlich von oben freie Raumernergie, die ebenfalls in gravomagnetische Energie umgewandelt wird."

Auch das ist unwahr. Mohorn hat überhaupt keine derartigen Messungen durchgeführt, sonst hätte er sie zweifellos veröffentlicht.

Im Gegensatz zu der abgestrahlten Energie, die nach Mohorn als "gravomagnetische Wellen" abgestrahlt wird, die  nur Mohorn (angeblich) messen kann, ist die Energie, die im Gerät selbst wirksam wird, leicht messbar. Durch Drahtspulen fließt elektrischer Strom. Diesen Strom kann man natürlich messen. Da die Spulen elektrisch miteinander verbunden sind, kann man leicht die Energie in der Empfangseinheit und in der Sendeinheit messen. Ein vertrauenswürdiger Fachmann sollte beauftragt werden, diese Messungen am Gerät durchzuführen.

Schnittstelle 3: Die ausgestrahlte, mauerntrocknende Energie

In dem oben erwähnten Buch [2], schreibt Mohorn auf S. 125:

"Die stabil nach rechts drehenden gravomagnetischen Wellen bewirken, dass sich die Wassermoleküle umorientieren. Sie beginnen im Kapillarsystem der Wände nach unten zu wandern (Trockenlegung) und werden auf tieferem Niveau gehalten (Trockenhaltung)."

Ich erspare es mir, auf die unsinnige Behauptung einzugehen, dass diese nicht existierenden gravomagnetischen Wellen rechts- oder linksdrehend sein sollen, sondern beschäftige mich hier nur mit der Frage, ob das Aquapol-Geräte einen Einfluß auf die Wanderung von Wassermolekülen haben könnte. Das ist nicht der Fall.

  • Wassermoleküle sind Dipole. Sie sind in Clustern orientiert, die sich kurzzeitig in wenigen Nanosekunden bilden und wieder zerfallen. Es findet also in flüssigem Wasser eine dauernde Umorientierung der Moleküle statt.
  • Eine veränderte (mittlere) Orientierung könnte nur durch Anlegen eines elektrischen Feldes bewirkt werden. In diesem Fall richten sich die Wassermoleküle im elektrischen Feld aus.
  • Ein solches elektrische Feld müsste messbar sein. Mohorn hat keine derartigen Messungen veröffentlicht, obwohl sie technisch sehr einfach durchzuführen wären. Man brauchte nur ein paar Elektroden im Mauerwerk anzubringen und die Spannung zwischen den Elektroden zu messen. Es kann mit Sicherheit vorhergesagt werden, dass das Aquapol-Gerät nicht zum Aufbau eines elektrischen Feldes im Mauerwerk führt.
  • Selbst, wenn sich die Moleküle bevorzugt in einer Richtung anordnen würden, bestünde kein Grund für die Annahme, dass sie nun wieder nach unten wandern.

Sollte Herr Mohorn der Ansicht sein, dass meine Stellungnahme dem Aquapol-Gerät nicht gerecht wird, fordere ich ihn auf, seine angeblichen Messungen zu veröffentlichen und zwar in einer Form, die es ermögllcht, seine Behauptungen nachzuprüfen.

Anmerkung: Mohorns Gravomagnetische Wellen dürfen nicht mit Gravitomagnetismus verwechselt werden. Siehe z.B.  >>  >> >>.    

Zitate entnommen aus:
[1]   Energiephysikmappe  >>
[2]  W. Mohorn: Angriffsziel Altbauten, 2006, ISBN 1-84672-067-2 >>
Siehe auch Buchvorstellung  >>


Zitat aus einer Leserzuschrift im "Der Standard" (Wien)  >>

Die "Wissenschaftlichkeit" der Scharlatane ist es, Begriffe aus den jeweiligen echten Naturwissenschaften zu entlehnen, umzuformen um dann mit diesen verfälschten Begriffen den Adepten zu erklären, dass sie alles besser verstünden als die versponnenen weltfremden Gelehrten .



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