Aquapol

Wissenschaftliche Beurteilung der Lotz'schen Versuche


Allgemeine Kritik

Die Versuche genügen nicht den Kriterien, die an wissenschaftliche Versuche gestellt werden müssen. Es ist offensichtlich, dass Prof. Lotz mit den Grundlagen wissenschaftlichen Denkens und Arbeitens nicht vertraut ist. Zu den Fähigkeiten, die ein Wissenschaftler mühsam lernen muss, gehört die Fähigkeit und Bereitschaft zur Selbstkritik.

In der wissenschaftlichen Praxis überlegt sich ein Wissenschaftler stets, wie er die eigenen Ergebnisse widerlegen könnte (Falsifikation). Wenn er das versäumt, muss er damit rechnen, dass Kollegen ihn widerlegen.  Nichts ist für einen Wissenschaftler so peinlich, wie die Frage eines Kollegen auf einer Tagung, ob man denn den einen oder anderen Versuch, der die eigene These hätte widerlegen können, auch durchgeführt habe.

Einen anderer wichtiger Punkt einer wissenschaftlichen Veröffentlichung ist die Glaubwürdigkeit der Aussage. In der Wissenschaft spricht man von Signifikanz. Wie bei den hier zu besprechenden Versuchen, werden bei vielen wissenschaftlichen Fragestellungen zwei Versuche miteinander verglichen, der eigentliche Versuch und der Kontrollversuch. Hier geht es um die Frage ob z.B. eine Wasserprobe, die ohne Einfluss des Aquapolgerätes gemessen wurde, denselben Messwert ergibt, wie eine Probe, die dem Einfluss des Gerätes ausgesetzt war oder noch ist. Um eine solche Frage zu beantworten muss eine Reihe von Versuchen und Kontrollversuchen durchgeführt und durch eine Berechnung ermittelt werden, ob die Werte sich signifikant von zufälligen Schwankungen unterscheiden. Prof. Lotz hat keine Messreihen durchgeführt, die eine Aussage über die Signifikanz seiner Ergebnisse erlauben.

Es versteht sich von selbst, dass bei Versuchen, deren Ergebnisse anscheinend naturwissenschaftlich nicht erklärbar sind, die Signifikanz der Aussage besonders sorgfältig belegt werden muss. Bei solchen Versuchen sollten generell Blindversuche durchgeführt werden,  bei denen der Experimentator nicht weiß, welche Probe er untersucht. Pof. Lotz hat keine Blindversuche durchgeführt.

Kein einziger der von Prof. Lotz veröffentlichten  Versuche genügt diesen selbstverständlichen Anforderungen.

Beispiel Oberflächenspannung von Wasser

Informationen zur Oberflächenspannung und deren Messung siehe z.B. hier
Das Zur Messung verwendete Gerät ist auf der Webseite der Firma Kruss abgebildet.

Darstellung der Versuche durch Prof. Lotz

Prof. Lotz schreibt dazu (Ausschnitt aus: Wissenschafts-Journal 2005, anlässlich des 20-jährigen Firmenjubiläums der Firma Aquapol, S .8 Originaltext eingerückt):

"Da nur dreidimensionale Körper einer Gravitation unterliegen, besteht bei diesem, praktisch nur zweidimensionalem "Wasserfilm" eine Aufhebung der Gravitation."

Ich spare mir die Kommentierung dieses unsinnigen Textes. Zweidimensionale, masselose Körper gibt es nicht in der realen Welt. Prof. Lotz schreibt weiter:

"Unsere Aufgabe war es, den Einfluss des Aquapol-Gerätes auf die Oberflächenspannung von Leitungs- oder Volvic-Wasserproben gegen Luft zu untersuchen, und zwar zunächst im Wirkraum des Aquapol-Gerätes. Dazu wurde für die Messung das Krüss-Tensiometer benützt, das nach der Ring-Abrissmethode eines Wasserfilms arbeitet. Zunächst wurden Wasserproben bis zur Messwertskonstanz über einige Tage als Kontrolle gemessen. Danach wurde das Aquapol-System eingesetzt und die Messung wurde wieder einige Tage bis zur Messwertskonstanz fortgesetzt. Die Oberflächenspannung verringerte sich bezogen auf die Kontrollwerte bei Leitungswasser um 3,6, bei Volvic-Wasser um 4,5%."


Ich bespreche hier nur die Untersuchung mit Volvic-Wasser (einem Mineralwasser), weil nur  bei diesem Versuch die erhaltenen Messwerte mitgeteilt werden.


abb2

Abb. 1 Originalabbildung aus K. E.  Lotz in: "Wissenschafts-Journal", 2005, Firmenschrift anlässlich des 20-jährigen Firmenjubiläums der Firma Aquapol, Seite 8.

 

Auf der x-Achse ist offensichtlich das Datum eingetragen. Mit Ausnahme des 30.12. wurde täglich eine Messung durchgeführt.

Prof. Lotz schließt aus diesen Messungen, dass die Oberflächenspannung von Wasser durch das Aquapol-Gerät um 4,5% gesenkt wurde.

Meine Kritik an diesen Versuchen

1. Schwankungen der Messwerte

  • Eine Voraussetzung wissenschaftlicher Veröffentlichungen ist eine exakte Beschreibung der Experimente, damit sie von anderen Kollegen nachgeprüft werden können. Das ist hier nicht der Fall. Die Beschreibung und die Darstellung widersprechen sich sogar in entscheidenden Punkten. Siehe unten.
  • Wer einen wissenschaftlichen Versuch durchführen will, muß sich zunächst über die Leistungsfähigkeit seiner Messmethode Klarheit verschaffen. Bei den hier zu besprechenden Messungen ist die Reproduzierbarkeit das entscheidende Kriterium. Deshalb ist es, wie bereits erwähnt,  erforderlich, dass nicht nur einzelne Versuche durchgeführt werden, sondern Messreihen. Bei dem von Prof.  Lotz verwendetem Gerät zur Messung der Oberflächenspannung (Tensiometer) handelt es sich um ein Gerät der Firma Krüss das für Schulzwecke konzipiert wurde. Es muss damit gerechnet werden, dass bei Wiederholungen von Einzelmessungen ein Fehler von mindestens ± 1 Prozent auftritt.
  • Prof. Lotz hat, offenbar der besseren Optik wegen, die Werte auf der y-Achse nicht wie üblich, von Null beginnend aufgetragen, sondern von 68% aufwärts. Wie die Messwerte in der üblichen Darstellung aussehen, habe ich in Abb. 2 gezeigt. Durch diesen Trick erweckt Prof. Lotz den Eindruck, die Oberflächenspannung werde durch das Aquapol-Gerät erheblich erniedrigt, während die tatsächlichen Messwerte zeigen, dass es sich um Schwankungen handelt, die durchaus im normalen Schwankungsbereich der Messungen liegen.
gesehnt

Abb. 2 Die Lotz'schen Messwerte auf einer Skala von 0 -100 Prozent

2. Der fehlende 100%-Punkt

  • Die Oberflächenspannung hat die Dimension mN/m (Millinewton pro Meter). Warum hat Prof. Lotz  nicht die Oberflächenspannung direkt auf der y-Achse aufgetragen, zumal er diese Werte auf dem Gerät direkt ablesen kann, sondern in Prozent? Prozent von was? Warum beginnt die Kurve in Abb. 1 mit 76% und nicht mit 100%? Auch wenn die Angaben im Text widersprüchlich sind, muss wohl angenommen werden, dass die ersten Werte, der Kontrollmessungen nicht aufgezeichnet und der Anfangswert, zu 100% festgesetzt wurde.
  • Bereits die Annahme, dass mit einem Drift der Oberflächenspannung zu rechnen sei und man deshalb einige Tage bis zur Messwertkonstanz messen müsse, ist dilettantisch, denn der richtige Wert darf keinem Drift unterliegen. Ein Wissenschaftler hätte sofort die abfallenden Messwerte als Fehlmessungen erkannt und untersucht, welche Störquelle seine Messungen verfälscht haben könnte, um diese auszuschalten.
  • Um das Problem auch einem Laien verständlich zumachen: Bitte stellen Sie sich vor, Sie wollen 1 kg Äpfel kaufen. Der Verkäufer legt die Äpfel auf die Waage. Diese zeigt  kein konstantes Gewicht an, sondern die Anzeige ändert sich fortlaufend, z.B. nach oben. Der Verkäufer belehrt Sie, er müsse bis zur Gewichtskonstanz wiegen. Sicher würden Sie den Schluss ziehen, dass die Waage defekt ist und Ihren Äpfel doch lieber bei der Konkurrenz kaufen.
  • Vermutlich war die Probe durch eine Substanz, welche die Oberflächenspannung erniedrigt, verunreinigt worden. Es könnte sich dabei beispielsweise um Reste eines Detergens handeln aus dem Waschmittel, mit dem die Gefäße gereinigt wurden. Es ist bekannt, dass manche  Detergentien lange an Gefäßwandungen haften. Misst man in einem solchen Fall die Ablösung des Detergens von der Gefäßoberfläche, so erhält man eine exponentielle Kurve, weil in einem bestimmten Zeitintervall jeweils der gleiche Prozentsatz des restlichen Detergens gelöst wird.

exponentiell

Abb. 3 Die Lotz'schen Messwerte ergänzt um einen 100%-Punkt und mit exponentieller Kurve

  • In Abbildung 3 habe ich den 100-Prozentpunkt zu der Kurve hinzugefügt, unter der Annahme, dass die Kontrollmessungen ebenso lange durchgeführt wurden wie die Messungen mit dem Aquapolgerät, also jeweils acht Tage. Legt man durch diese Messpunkte eine exponentielle Kurve. So kann man leicht erkennen, dass alle Punkte hinreichend genau auf dieser Kurve liegen. Die Abweichungen sind nicht größer als die Messungenauigkeit von ca. ± 1%. Man gewinnt den Eindruck, dass sich der Kurvenverlauf unabhängig von dem Aquapol-Gerät einheitlich fortsetzt.
  • Folgt man dieser Argumentation, dann wird auch verständlich, warum Prof. Lotz seine Messwerte in Prozent und nicht die gemessene Oberflächenspannung in mN/m angibt:  Da sein Wasser von Anfang an verunreinigt war, konnte er vermutlich die tatsächliche Oberflächenspannung von reinem Wasser (bei Zimmertemperatur etwa 72 mN/m) niemals messen.  
  • Hätte Prof. Lotz alle Messpunkte einmal mit und einmal ohne Aquapolgerät durchgeführt, dann hätte er vermutlich zwei, innerhalb der Fehlergrenzen, identische Kurven erhalten.
 

3. Willkürliche Bewertung der Messpunkt


Im Folgenden Abschnitt werde ich meine oben dargelegten Kritikpunkte außer Acht lassen und fälschlicherweise annehmen, dass es sich bei den Messpunkten um reale, genaue Messwerte handele, die keinen statistischen Schwankungen unterliegen, um zu zeigen, dass selbst nach dieser Bewertung die Ergebnisse von Prof. Lotz nicht durch die Messungen belegt sind.

 

abb5


Abb. 4 Originaldaten von Prof. Lotz in eine neue Graphik übernommen Messpunkte 1- 4 sind die Kontrollmessungen, die folgenden wurden mit dem Aquapol-Gerät gemessen.

  • Prof. Lotz schreibt, er habe die Messungen der Kontrolle, also die Messungen ohne Aquapolgerät, bis zur Messwertkonstanz fortgesetzt. Davon kann aber nicht die Rede sein, denn die ersten zwei, in Abb. 4 aufgezeichneten Werte unterscheiden sich von den nächsten zwei Kontrollwerten um etwa 3% (76% und etwa 73%). Der letzte Kontrollwert ist wieder höher.
  • Auch die Mitteilung von Prof. Lotz, die Messungen mit dem Aquapolgerät seien ebenfalls bis zur Messwertskonstanz fortgeführt worden, ist offensichtlich falsch, denn die letzen Werte zeigen eine weiter abfallende Kurve.
  • Welche Messwerte hat Prof. Lotz benutzt, um zu seinem Ergebnis zu kommen, also einer Reduktion der Oberflächenspannung um 4,5 Prozent? Vernünftigerweise hätte man den letzten Wert der Kontrollmessungen mit dem ersten Wert der Messungen mit dem Aquapolgerät vergleichen müssen. Dann hätte Prof. Lotz aber statt einer Erniedrigung der Oberflächenspannung eine Erhöhung um etwa 1% gefunden. Das war sicher nicht im Interesse seines Auftraggebers, denn eine erhöhte Oberflächenspannung begünstig das Aufsteigen des Wasser in Mauern.
  • Vermutlich hat Prof. Lotz den letzen Wert der Kontrollmessungen mit dem letzen Wert der Messungen mit dem Aquapolgerät verglichen. Das ist eine willkürlich Auswahl, für die es keine Begründung gibt.

 

Die Messungen liefern keinen Anhaltspunkt für einen Einfluss des Aquapolgerätes auf die Oberflächenspannung von Wasser.

 

Beispiel pH-Wert des Wassers

Darstellung der Versuche durch Prof. Lotz

Auch hier greife ich den einzigen Versuch heraus, bei dem Prof. Lotz  echte Messwerte mitteilt. Die anderen Graphiken enthalten keine Messwerte, sondern nur die in Prozent umgerechneten pH-Werte.

ph

Abb. 5  Originalabbildung aus K. E.  Lotz in: "Wissenschafts-Journal", 2005, Firmenschrift anlässlich des 20-jährigen Firmenjubiläums der Firma Aquapol, Seite 9.

Prof. Lotz kommt zu dem Schluss, dass dieser Versuch beweist, dass das Aquapol-Gerät den pH-Wert des Wassers erhöht.


Meine Kritik an den Versuchen

Das Gerät mit dem Prof. Lotz seine Messungen durchgeführt hat, das Gerät Watertest von Hanna-Instruments, ist ein Messgerät das für präzise pH-Messungen völlig ungeeignet ist. Nach Angaben der Herstellers hat es eine Genauigkeit von 0,2 pH und eine Anzeige in Stufen von 0,1 pH. Siehe Datenblatt des Herstellers: >>

Die auf der y-Achse der Abbildung angegebenen Werte täuschen eine höhere Genauigkeit vor als das Gerät anzeigen kann. Auch der um 17:30 eingezeichnete Wert von etwa pH  7,95 konnte auf dem Gerät nicht abgelesen werden - er wurde offenbar "erfunden".

Prof. Lotz hat den ersten Wert um 8:30 gemessen (pH 7,2) und nach einer Stunde, den gleichen Werte gemessen. Die nächste Messung wurde, wiederum eine Stunde später, mit dem Aquapol-Gerät durch geführt. Dieser Wert betrug pH 7,4. In den folgenden Stunden stieg der gemessen pH-Wert um jeweils 0,1 pH pro Stunde an. Prof. Lotz schließt daraus Folgendes:
  • Ohne Aquapol-Gerät blieb der pH unverändert auf pH 7,2
  • Durch das Aquapol-Gerät wurde in den folgenden Messungen ein Anstieg des pH-Wertes bewirkt.
Beide Schlussfolgerungen sind falsch. Selbst, wenn wir die Genauigkeit des Messgerätes von 0,2 pH außer Acht lassen, kann eine Messung nicht genauer sein, als die Anzeige dies ermöglicht. Eine Anzeige von 7,2 und 7,3 kann bei diesem Gerät praktisch identisch sein, weil das Messgerät einen Wert von z.B. 7,24999 als 7,2 anzeigt und einen Wert von 7,25000 als 7,3, obwohl sich die beiden Werte praktisch nicht unterscheiden. In diesem Bereich wird die Anzeige abwechselnd 7,2 und 7,3 anzeigen. Prof Lotz kann sich in diesem Fall aussuchen, welcher Wert ihm besser gefällt. Die Annahme, dass der zweite Wert "unterbewertet" wurde, findet eine Bestätigung auch darin, dass die Kurve von pH 7,2 bis pH 7,9 linear ansteigen würde, hätte man den zweiten Messpunkt auf pH 7,3 gesetzt.

Wenn Prof. Lotz wirklich davon überzeugt gewesen wäre, dass das Aquapol-Gerät irgendeinen Einfluss auf den pH-Wert habe, dann hätte er das überzeugend demonstrieren können, wenn er zwei Messkurven gezeigt hätte, eine mit und eine ohne das Aquapol-Gerät. Vermutlich hat er diesen Versuch auch durchgeführt und beobachtet, dass sich beide Kurven nicht unterscheiden.

Dieser Anstieg des pH-Wertes lässt sich leicht erklären: Das gemessene Leitungswasser stand in der Wasserleitung unter Druck und enthielt gelöste Luft, also auch gelöstes CO2. Lässt man frisches Leitungswasser eine paar Stunden stehen, so kann man häufig beobachten, das Luftperlen aufsteigen. Diese Luftperlen enthalten natürlich auch CO2. Nach der Gleichung (1) bewirkt eine Lösung von CO2 eine Zunahme der  H+ -Ionen, also eine Abnahme des pH-Wertes, während ein Entweichen von COein Ansteigen des pH-Wertes zur Folge hat.

H2O  +   CO2   =  HCO3- + H+                                 (1)

   HCO3- + H+  =  H2O   +   CO2                              (2)


Der Einfluss des CO2 auf den pH-Wert hängt vom Kalkgehalt des Wassers ab.  Dr. Kassebeer hat in seinem Beitrag zur Aquaristik diesen Zusammenhang allgemeinverständlich beschrieben.

Jetzt wird auch verständlich, warum Prof. Lotz in den anderen, hier nicht gezeigten Abbildungen statt des pH-Wertes den unsinnigen Wert "pH-Wert in Prozent" aufgetragen hat. Je nachdem wie "frisch" sein Leitungwasser war, wurde ein anderer pH-Wert als Ausgangwert gemessen. Damit wäre auch für den Laien die Unzuverlässigkeit der Messungen ersichtlich gewesen. Verständlich wird auch warum Prof. Lotz bei diesem Versuch kein Volvice-Wasser untersucht hat: Da dieses kein CO2 enthält, konnte er hier auch keinen pH-Anstieg beobachten.

Auf Seite 2 des "Wissenschaftsjournals", dem diese Abbildungen entnommen wurden, teilt Prof. Lotz mit, er habe Naturwissenschaften studiert und sei 21 Jahre als Dozent für Bauchemie tätig gewesen. Es ist unvorstellbar, dass ihm diese trivialen Zusammenhänge nicht bekannt sind.



Beispiel Radioaktivität in der Luft

Darstellung der Versuche durch Prof. Lotz

Auch hier greife ich die Abbildung heraus, in der Originalmesswerte wiedergegeben sind.

rad

Abb. 6  Originalabbildung aus K. E.  Lotz in: "Wissenschafts-Journal", 2005, Firmenschrift anlässlich des 20-jährigen Firmenjubiläums der Firma Aquapol, Seite 7.

Diese Versuche haben den Titel "Aquapol reduziert die Radioaktivität der Luft".

Meine Kritik an den Versuchen

Bei flüchtiger Betrachtung der Graphik könnte man den Eindruck gewinnen, als sei die rote Kurve deutlich niedriger als die blaue. Erst bei genauerem Hinsehen erkennt man, dass Prof. Lotz auch hier den schon bei der Darstellung der Oberflächenspannung verwendet Trick benutzt hat, um die Messwerte zu "schönen". Die y-Achse beginnt mit 25 ips (Impulse pro Sekunde). In Abb. 7 habe ich die Kurven in eine Graphik kopiert, deren y-Achse mit  0 beginnt.

rad2


Abb. 7 Die Kurven von Abb. 6 wurden in eine Graphik kopiert deren y-Achse mit 0 beginnt.

Auch der Laie wird erkennen, dass diese schwankenden Werte nicht den Schluss zulassen, dass die "Radioaktivität" durch das Aquapol-Gerät erniedrigt wurde. Die Messwerte liegen im Bereich der normalen statistischen Schwankungen. Prof. Lotz hat nicht einmal den Versuch unternommen,  durch eine statistische Analyse die Signifikanz der angeblichen Strahlungsreduktion nachzuweisen.

Solche Messungen sind anfällig für eine Reihe von Fehlern. Die Herstellerfirma des von Prof. Lotz verwendeten Messgerätes schreibt in einem Anhang zu der Gerätebeschreibung unter anderem:

Seite 25: "Der Mehrzahl der Baubiologen bereitet aber die fachgerechte Messung der Radioaktivität noch erhebliche Probleme. Auch hier, wie in anderen Bereichen, sind durchaus Fehlmessungen und daraus resultierende (Fehl-)Empfehlungen an der Tagesordnung."

Die Firma in dem Text an anderer Stelle:

S26: ....Somit wird klar, dass jeder Baubiologe - bewusst oder unbewusst - sein Messergebnis beeinflussen und damit auch in gewissen Grenzen vorherbestimmen kann.


Wissenschaftliche Logik:

Wie stellt sich Prof. Lotz die Wirkung des Aquapol-Gerätes auf die Strahlung vor? Vermutet er, dass die Höhenstrahlung umgelenkt wird und die Strahlung dann an anderer Stelle zunimmt? Überredet das Gerät die Atomkerne, ihren radioaktiven Zerfall zu verschieben oder ganz darauf zu verzichten? Schade, dass Prof. Lotz sich darüber ausschwiegt. Es wäre aufschlussreich, seine Vorstellungen vom Eingriff esoterischer Wellen in den Zerfall von radioktiven Atomen kennenzulernen.

Fazit

Die von Prof. Lotz vorgelegten Messungen genügen nicht wissenschaftlichen Ansprüchen. Es handelt sich um pseudowissenschaftliche Untersuchungen, mit denen dem Leser bzw. Interessenten an dem Aquapolgerät vorgetäuscht werden soll, dass das Gerät Wirkungen ausübe, die wissenschaftlich nicht erkärbar sind.


Startseite                                                                                                                                   Impressum